In diesem Zusammenhang hat er bereits mehrere tausend Fälle aus dem Bereich Online-Glücksspiel betreut.
„Bill 55“ vor dem Fall
Das OLG Bamberg hat das Urteil nun bestätigt und die Berufung der Tipico Co. Zur Begründung führte das OLG aus, dass die Tipico Co. im streitgegenständlichen Zeitraum nicht über die erforderliche Lizenz verfügte, um Online-Sportwetten in Deutschland anbieten zu dürfen. Da sie somit gegen das Glücksspielverbot aus dem Glücksspielstaatsvertrag verstoßen habe, seien die abgeschlossenen Verträge nichtig, sodass der Kläger Anspruch auf die Rückzahlung seiner Verluste habe. Den Einwand, dass die Wetteinsätze über die Kundenkarte getätigt wurden und Ansprüche sich deshalb gegen den stationären Wettshop richten müssten, ließ das OLG Bamberg nicht gelten.
Rückforderung von Spielverlusten – auch nach 2020 möglich
Die Zahlung über die Kundenkarte sei vergleichbar mit der Zahlung per Prepaid-Kreditkarte. Es handele sich um eine Zahlungsvermittlung und das Wettbüro, das die Kundenkarte ausgegeben hat, fungiere nur als Zahlstelle, die den Einsatz für Tipico annehme. Ziel des Wetteinsatzes über die Kundenkarte sei einzig die Teilnahme an den Sportwetten. Zudem mache der Einsatz über die Kundenkarte aus einer Online-Sportwette kein stationäres Glücksspiel, stellte das OLG Bamberg weiter klar. Der eigentliche Wettvertrag werde online über die Webseite abgeschlossen. Er vertritt Mandanten bundesweit sowohl außergerichtlich als auch in gerichtlichen Verfahren und befasst sich regelmäßig mit aktuellen Entwicklungen im deutschen und europäischen Glücksspielrecht. Ja, insbesondere dann, wenn der Anbieter im relevanten Zeitraum ohne deutsche Lizenz tätig war.
Vorentscheidendes Gutachten
April 2026 entschieden, dass die Tipico Co. ihm die Verluste vollständig ersetzen muss, da sie nicht über die erforderliche Lizenz für ihr Sportwettenangebot in Deutschlang verfügte. Das Oberlandesgericht machte zudem deutlich, dass es für den Rückforderungsanspruch keine Rolle spiele, ob der Kläger die Online-Sportwetten von seinen eigenen Geräten oder über die Tipico-Kundenkarte in stationären Wettbüros abgeschlossen hat. Der Kläger hatte zwischen Oktober 2014 und Oktober 2020 an Online-Sportwetten von Tipico teilgenommen und dabei unterm Strich rund 19.700 Euro verloren. Seine Einsätze hat er entweder zu Hause über eine Tipico-Webseite oder mit seiner Tipico-Kundenkarte online in stationären sog.
Glücksspiel:Die Wettanbieter haben sich wohl verzockt
Dass Online-Glücksspiele, inkl. Online-Sportwetten, in Deutschland in diesem Zeitraum verboten waren, wusste er nicht. lediglich über eine maltesische, nicht aber über die erforderliche deutsche Lizenz für ihr Angebot verfügte, haben wir von ihr die Rückzahlung der Verluste unseres Mandanten verlangt. Zudem hat Tipico auch gegen das Limitverbot verstoßen und Wetteinsätze mit der Kundenkarte über dem monatlichen Limit von 1.000 Euro zugelassen“, sagt Rechtsanwalt Thomas Sittner, CLLB Rechtsanwälte. Das Landgericht Würzburg hatte bereits entschieden, dass der Spieler Anspruch auf die Rückzahlung seiner Verluste hat. Entscheidend ist dabei vor allem, ob der Anbieter im konkreten Zeitraum über eine gültige deutsche Erlaubnis verfügte.
| Argument für Monopol (von Mitgliedsstaaten) | Argument gegen Monopol (von Anbietern wie Tipico) | EuGH-Abwägung (Tendenz) | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| Bekämpfung von Spielsucht | Monopol ist nicht effektiver als regulierter Wettbewerb | Monopol muss seine Wirksamkeit nachweisen | Monopol allein kein ausreichender Grund |
| Verhinderung von Betrug | Lizenzierte private Anbieter unterliegen strenger Aufsicht | Beide Modelle können Betrug verhindern | Kein zwingendes Argument für Monopol |
| Kanalsierung der Nachfrage auf legales Angebot | Monopol kanalisiert nicht, da schwarzer Markt attraktiv bleibt | Wettbewerb kann bessere Kanalsierung bewirken | Marktöffnung fördert Kanalsierung |
Online-Sportwetten dürfen in Deutschland nur mit staatlicher Erlaubnis angeboten werden.
- Tipico operiert in mehreren EU-Ländern unter unterschiedlichen nationalen Regulierungen.
- Das Unternehmen muss sich an die jeweiligen Umsetzungen der EuGH-Vorgaben halten.
- In einigen Ländern benötigt Tipico eine lokale Lizenz, in anderen nutzt es EU-Passierungsrechte.
- Regulatorische Änderungen nach EuGH-Urteilen können Markteintritt oder -ausstritt bedeuten.
- Die Konzessionen unterliegen oft strengen Auflagen zu Spielerschutz und Werbung.
Viele Anbieter von Online-Casinospielen verfügen über eine Lizenz aus Malta und berufen sich darauf, ihre Dienstleistungen in ganz Europa anbieten zu dürfen. Der Europäische Gerichtshof hat jedoch klargestellt, dass eine solche maltesische Lizenz nicht automatisch dazu berechtigt, Online-Casinospiele in Deutschland anzubieten. Für Spieler bedeutet das: Auch wenn ein Anbieter eine EU-Lizenz besitzt, können Verluste zurückgefordert werden, wenn keine deutsche Erlaubnis vorlag. Viele Anbieter, die über eine Lizenz aus Malta verfügen, berufen sich auf die europäische Dienstleistungsfreiheit, um auch in Deutschland tätig werden zu dürfen.
Glücksspiel-Rechtler: "Kritische Situation" für Online-Anbieter
Auch wenn der Kläger sich teilweise im Wettshop mit seiner Kundenkarte eingeloggt habe, um online vom Automaten zu spielen, ändere das nichts daran, dass es sich um eine Spielteilnahme über das Internet handelt, so das Gericht. Weiter führte das OLG aus, dass das deutsche Verbot von Online-Sportwetten mit Erlaubnisvorbehalt im Einklang mit EU-Recht steht. Auch wenn Tipico in dem streitgegenständlichen Zeitraum bereits eine Genehmigung für das Sportwetten-Angebot beantragt hatte, das Vergabeverfahren aber europarechtswidrig durchgeführt wurde, heißt das nicht, dass die Konzession auch erteilt worden wäre. Denn die Voraussetzungen habe die Beklagte nicht erfüllt, da sie sich nicht an das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro gehalten habe und zudem unzulässige Ereigniswetten bzw. Livewetten möglich waren.
Die Akte Tipico: Entscheidung vertagt
Daher sei es auch nicht notwendig das Verfahren auszusetzen, so das OLG mit Verweis auf den Hinweisbeschluss bet online fussball wetten schweiz des BGH vom 22. März 2024. Der BGH hatte darin deutlich zum Ausdruck gebracht, dass er Online-Sportwetten ohne die erforderliche Lizenz für illegal hält, wenn die Konzession wegen Verstößen gegen das materielle Glücksspielrecht ohnehin nicht ohne weiteres erteilt worden wäre. Die Revision hat das OLG Bamberg nicht zugelassen. „Das Urteil zeigt, dass Spieler gute Chancen haben, ihre Verluste aus verbotenen Online-Sportwetten zurückzuholen“, sagt Rechtsanwalt Sittner. Der EuGH hat jedoch im April 2026 im Rahmen des Verfahrens C-440/23 ausdrücklich entschieden, dass eine ausländische Lizenz in Deutschland nicht ausreicht und diese Anforderung auch mit der Dienstleistungsfreiheit zu vereinbaren ist.
Geld wurde immer weitergereicht
Sie sollte nicht ausbaden müssen, was staatliche Behörden angerichtet hatten. Die Frage, die der EuGH nun beantworten muss: Lässt sich dieser Gedanke auch auf den Streit um die Rückzahlungsansprüche übertragen? Auch hier war es ja so, dass die Wettanbieter Konzessionen beantragt hatten, die aber aus besagten juristischen Gründen nicht erteilt werden konnten. Der BGH schlägt dem EuGH indes vor, hier mit einem anderen Ansatz heranzugehen. Denn bei den Rückzahlungsansprüchen geht es, so sieht es der BGH, um den elementaren Grundsatz des Glücksspielrechts, der im Grunde Anfang und Ende jeder Regulierung ist: Es geht um den „Schutz der Bevölkerung vor übermäßigen wirtschaftlichen Schäden durch öffentliches Glücksspiel“, so formuliert es der BGH – also um Spielsucht und den häufig folgenden Ruin der Betroffenen.
Vertreter der Prozessgegner äußern sich
Dies rechtfertige einen Eingriff in die Dienstleistungsfreiheit. Eine Nebenwirkung der Karlsruher Entscheidung ist, dass auch weitere Verfahren vorerst ausgesetzt worden sind, namentlich solche, bei denen die Anbieter das 1000-Euro-Monatslimit nicht beachtet haben. Ein EuGH-Urteil dürfte erst kommendes Jahr zu erwarten sein. München - Rund 19.700 Euro hatte ein Mandant von CLLB Rechtsanwälte bei Online-Sportwetten des Anbieters Tipico verloren. Das OLG Bamberg hat mit Urteil vom 23. Grundsätzlich können Verluste aus Online-Glücksspiel bis zu zehn Jahr rückwirkend geltend gemacht werden. Gerade bei Anbietern ohne deutsche Lizenz bestehen sehr gute Erfolgsaussichten – eine individuelle Prüfung ist jedoch immer erforderlich.Anhand Ihrer konkreten Spiel- und Zahlungsdaten lässt sich belastbar beurteilen, ob und in welcher Höhe Ansprüche bestehen.
Was ist mit Mängeln bei dem Lizenz-Vergabeverfahren?
Nicholas Emiliou, Generalanwalt am Europäischen Gerichtshof (EuGH) hat am 19.03.2026 in seinen Schlussanträgen eine klare Richtung vorgegeben: „Verluste aus Online-Sportwetten können zurückgefordert werden, wenn der Anbieter in Deutschland ohne Lizenz tätig war.“ Im Verfahren C-530/24 („Tipico“) spricht sich der Generalanwalt dafür aus, dass entsprechende Verträge unwirksam sind. Sollte der EuGH in der Urteilsfindung folgen, müsste der Sportwetten-Anbieter verlorene Einsätze zurückzahlen. Dies würde sich in die aktuelle Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs einfügen. Bereits im kürzlich ergangenen Urteil des EuGH in Sachen C-440/23 wurden die Rechte betroffener Spieler entscheidend gestärkt. Hintergründe zu den Schlussanträgen im Verfahren C-530/24 warum diese Ihre Ansprüche gegen Online-Wettanbieter verbessern welche Schritte Sie jetzt unternehmen sollten, um Ihre Ansprüche zu sichern Häufig gestellte Fragen zu illegalen Anbietern von Online-Sportwetten und Rückforderungen Im zugrunde liegenden Verfahren hatte ein Spieler zwischen 2013 und 2020 bei einem Anbieter gewettet, der zwar über eine ausländische Lizenz (z.
Wir können Sie unterstützen
B. aus Malta), aber keine deutsche Erlaubnis verfügte. Der Bundesgerichtshof (BGH) legte dem Europäischen Gerichtshof die Frage vor, ob Spieler ihre Verluste zurückfordern können. Hintergrund waren Zweifel an der Vereinbarkeit des deutschen Lizenzsystems mit dem EU-Recht. Die Antwort von Nicholas Emiliou fällt in den Schlussanträgen des Generalanwalts deutlich aus: Eine deutsche Lizenz ist für Online-Sportwettenanbieter grundsätzlich erforderlich Wenn Sie bei einem Anbieter ohne deutsche Lizenz Einsätze verloren haben, haben Sie nun diese Möglichkeiten: Sie können Ihre Verluste ganz oder teilweise zurückfordern Sie haben die Möglichkeit, sich auf die Unwirksamkeit des Vertrags zu berufen 2.Prüfen Sie den Zeitraum, in dem Sie bei dem betreffenden Anbieter gespielt haben Der Zeitpunkt Ihrer Verluste ist insbesondere in Hinblick auf mögliche Verjährungsfristen entscheidend. Mehrere Tausend Spieler haben Deutschlands größten Sportwettenanbieter Tipico verklagt und teils auch Urteile erwirkt.
- EuGH-Urteile stärken die Position privater Wettanbieter gegen staatliche Monopole.
- Monopole müssen beweisen, dass sie Spielsucht wirksamer bekämpfen als ein regulierter Markt.
- Die Rechtsprechung hat zur Liberalisierung der Glücksspielmärkte in Ländern wie Deutschland beigetragen.
- Tipico konnte so auf Basis EU-rechtlicher Argumente in neue Märkte expandieren.
- Nationale Übergangsfristen und Bestandsschutz können Ausnahmen darstellen.
Doch nach Monitor-Recherchen könnte Tipico das Geld längst in Sicherheit gebracht haben. Seit seiner Kindheit ist der 48-jährige kaufmännische Angestellte Fan des FC Bayern München.
Tipico Geld zurückfordern
Falls Sie unsicher sind, holen Sie sich so schnell wie möglich juristischen Rat ein. Nur eine individuelle Bewertung zeigt, ob sich eine Rückforderung lohnt. Wir geben Ihnen eine realistische Einschätzung Ihrer Erfolgsaussichten Wir begleiten Sie bei der Durchsetzung Ihrer Ansprüche außergerichtlich und vor Gericht Stellen Sie jetzt eine unverbindliche Anfrage an uns. Rechtsanwalt István Cocron ist seit vielen Jahren auf die Beratung und Vertretung im Glücksspielrecht spezialisiert. Ein Schwerpunkt seiner Tätigkeit liegt in der Durchsetzung von Rückforderungsansprüchen betroffener Spieler.
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